Schönburg
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Kroppental bei Schönburg

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Kroppental Mühle

Südlich von Schönburg beginnt die reizvolle Landschaft des Kroppentals, das seinen Namen von dem untergegangenen Dorf (1360 "villa Kroppen") Kroppen hat. In diesem Ort, der später irrtümlicherweise in Ober- und Unterkroppen unterschieden wurde, hatte der Naumburger Bischof die Gerichtsbarkeit, die im Jahre 1278 durch Markgraf Dietrich bestätigt wurde. Die Gerichte im Dorf wurden noch 1451 bestätigt. Ob dieses Kroppen die Nachfolgesiedlung von "Wischeraben" ist, das 1166 als "Wisgeraba" erwähnt wird, lässt sich nicht sicher entscheiden.

Etwas oberhalb im Kroppental, fast in der Mitte zwischen der Gaststätte "Neue Welt" und dem Petersgrund, liegt der "Todtesche Berg", der bekannteste Weinberg des Kroppentales. Der steil ansteigende Felsen des Berges zeigt auf einer seiner Felsstufen die reliefartige Darstellung eines Engels mit ausgebreiteten Flügeln, der wie eine Sphinx grob aus der brüchigen Standsteinbank gearbeitet wurde. Die Inschriften sind nicht mehr lesbar, nur die Jahreszahl 1714. Auf dem Schriftband stand einst der Anfang des Liedes "Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude" des Theologen und Kirchenlieddichters Paul Gerhardt (1607-76). Der Weinberg gehörte um 1660 dem Naumburger Kunstmaler Schleußner. Er hat für die Naumburger Kirchen viel gearbeitet und für sie einige Bilder gemalt. Von ihm kam der Berg um 1668 an den Bäcker Sebald Todte, von dem der Berg seinen Namen hat. Vielleicht erhielt der Besitzer des Kroppentaler Weinberges seine Anregung von den Bildern im Steinauer Weinberg an der Unstrutmündung. Schließlich sind beide barocke Arbeiten nahezu zeitgleich entstanden. Die in den Berg gearbeitete Höhle mit einer alten Feuerstelle wird wohl dem Weinbergarbeiter und Wächter als Unterschlupf gedient haben.

Engel vom Kroppental
Engel vom Kroppental

Gleich am Eingang zum Tal lockt der Gasthof "Neue Welt" zur Einkehr, der 1883 als Ausflugsgaststätte eröffnet wurde.

Landgasthof Neue Welt

Ihm gegenüber liegt an der Wethaumündung die Neumühle mit ihren alten qualitätsvollen Gebäuden aus rotem Sandstein. Die 1321 schon bezeugte und 1742 erneuerte Mühle brannte 1884 fast völlig ab. An den Wiederaufbau danach erinnert eine kleine Inschriftentafel am Wohnhaus

Kroppenmühle

Der Engel vom Kroppental

zuletzt aktualisiert am Dienstag, 5. Juli 2016